FOOD TRENDS 2018

FOOD TRENDS 2018
Food Trends sagen so viel mehr als das, was uns im kommenden Jahr auf Instagram begleiten wird. Essen ist ein derart wichtiger Bestandteil unseres Lebens und daher auch ein bedeutender, wirtschaftlicher Faktor, dass gewisse Trends gesamte Branchen bewegen und damit verändern können. Food Trends sind wichtige Früh-Indikatoren für den Lebensmitteleinzelhandel, die Gastronomie und Onlinehändler. Wir haben für euch einen Überblick der spannendsten Food Trends aus den USA, UK und dem kleinen Österreich zusammengetragen.

Trend #1: Zu mir, oder zu dir? Das Beet im Bett

So wie sich Grenzen, Hierarchien oder Beruf und Privatleben teilweise auflösen und diverser werden, fällt auch die strikte Trennung zwischen Stadt und Land, zwischen Garten und Wohnung und Supermarkt und Bauernhof auseinander. Nach dem Anbau von Lebensmitteln am Balkon und auf öffentlichen Flächen stellt Indoor Farming die nächste Entwicklungsstufe innerhalb vom Urban Gardening dar.

Window-Farmen, vertikale Beete oder Hydrokulturen dienen zunehmend nicht mehr nur irgendwelchen netten Zimmerpflanzen, sondern der Nahrungsgewinnung. Die Entwicklung wird genährt vom Trend zum Selbermachen, von der wachsenden Bedeutung der eigenen vier Wände und dem Wunsch, mehr über das zu lernen, was uns direkt mit der Welt verbindet – unserer Nahrung. Haben die letzten Jahre in der internationalen Gastronomie schon gezeigt, dass das sogenannte ‚Sprouting’ the hottest Shit in Town ist, geht dieser Trend nun neue Wege. Bleibt also die Frage, welche andere Branchen bald auf den Trend aufspringen werden? Schließlich ist der Indoor-Anbau effizienter, bringt den Lebensmittelanbau näher an den POS, wo Menschen genießen, reduziert Kosten und senkt die Umweltbelastung.

Trend #2: multi-sensory – More than a Feeling

Nach Verpackungen, Farben oder Geschmacksrichtungen sind taktile Erlebnisse 2018 ein vielversprechender Weg im Kopf der Kunden ‚MERKwürdig’ im wahrsten Sinne des Wortes zu werden. Multi-sensorisch ist die neue Geheimwaffe für Lebensmittelprodukte, deren Verpackung und im Laden. Wichtig dabei ist, dass sie unerwartet und ungewohnt sind. Fruchtfleisch in Getränken kennt jeder, etwas Knuspriges im Lieblingssaft allerdings noch nicht. Krachende Chips sind allgemein bekannt, etwas Prickelndes oder Weiches wäre neu. Und abgesehen vom neuen Erlebnis und dem Wunsch nach Wiederholung, ist das Element der Überraschung ein hervorragender Anlass, die kleine Sensation brühwarm auf Instagram zu teilen. International poppen bereits sogenannte Poke Bowl Restaurants wie Pilze aus dem Boden und bieten eine Vielzahl von Farben und Texturen und anspruchsvolle Fast Food und Quick Service Restaurant-Formate an.

Trend #3: It’s All About Me

Die zunehmende Personalisierung in der Wirtschaft macht auch bei der Produktion nicht Halt. Letztere muss noch zielgerichteter werden, weil Kunden die klassische Gießkanne satt haben. Für Produkte heißt Personalisierung eine steigende Vielfalt. Was können wir daraus ableiten? Für Kunden bedeutet mehr Vielfalt, dass Orientierung noch schwieriger wird. Für Unternehmen zeichnet sich damit ab, dass eine Differenzierung vom Mitbewerber mehr Substanz erfordert und dass sie in der Produktentwicklung noch vielfältiger denken müssen – das heißt kurz: Nischen besetzten!

Nachdem die Personalisierung von Produkten zum Teil noch an der Oberfläche kratzt: vergleiche Nutella oder Cola´s Angebot, personalisierte Produktetiketten anzubieten, werden mittelfristig diejenigen Unternehmen die Nase vorne haben, die etwas tiefer gehen. Wer nicht nur eine lustige Hülle vorzuweisen hat, deren Effekt bald verebbt, sondern so etwas wie Sinn oder eine Vision anzubieten hat und für klar erkennbare Werte eintritt, bindet Kunden wesentlich länger, stärker und nachhaltiger an sich.

Denn so verhält es sich mit der gesamten Lebensmittelbranche. Das neue Einzelhandelsmodell muss um den Verbraucher herum gedacht und gebaut werden, mit der Grundlage, dass sich jemand über die Art und Weise Gedanken macht, wie Menschen Lebensmittel erwerben wollen, und um ein Umfeld zu schaffen, das die Verbraucher befähigt und ihr Leben leichter, gesünder und angenehmer macht – egal ob stationär oder online (und hoffentlich beides).

Trend #4: Megafoods

Es soll gesund sein, beim Abnehmen helfen, uns jung halten, vor Krankheiten schützen und überhaupt glücklicher machen – die Rede ist von Superfoods. Die menschliche Vorliebe für schnelle Lösungen, macht auch beim Essen nicht Halt. Den Trend gibt es daher schon länger. Ein spannender Untertrend mit mehr Substanz kristallisiert sich allerdings langsam heraus: Super Local Food. Also Lebensmittel, die aus der Gegend kommen, daher kürzere Transportwege aufweisen und günstiger sind, für die kein Regenwald abgeholzt werden muss, die die heimische Wirtschaft ankurbeln, generell die Versorgungssicherheit erhöhen – und die mindestens ebenso tolle Eigenschaften haben wie ihre Pendants aus Südamerika oder dem fernen Osten. Besonders wegen dieser überwältigen Anzahl an Vorteilen hat Super Local Food das Potenzial, sich aus dem Anfangs-Hype zu einem dauerhaften Trend zu entwickeln. Aktuell befinden sich hierzulande vor allem Hanfnüsse auf dem Vormarsch und bahnen sich langsam aber doch ihren Weg in unsere Küchen.

Trend #5: Snacking – Nur kurz zwischendurch

Frühstück, Mittag- und Abendessen verlieren ihre Rolle zugunsten von mehreren, kleinen Zwischenmahlzeiten, die in der U-Bahn, zwischen Meetings oder vor dem After Work-Bier in den Terminkalender hineingezwängt werden können.

Dabei geht es insgesamt nicht um ein “mehr essen”, sondern einfach um eine flexiblere Weise der Nahrungsaufnahme, die unserem schnell-getakteten Leben gerechter wird. Laut Facebook/ Instagram steigt die Nutzung des Hashtags „Snacks“ rapide in den letzten Jahren. Auf der ganzen Welt wird der Trend im Lebensmittel-Einzelhandel schon gelebt – dort heißt er Convenience Food. Immer mehr Ketten bieten ihren Kunden allerlei kleinere und größere, gesündere und weniger gesündere Gerichte, die abgepackt, vorbereitet und on the go verzehrt werden können. Ob Weckerl, Suppe, Salat oder Burger, Geschwindigkeit und Flexibilität ist weiter auf dem Vormarsch.

Trend #6: Technofoodology – Frisch gedruckt

High Tech und High End Chemie entwickeln sich unaufhaltsam weiter. Separatoren- oder Formfleisch für Schnitzel, Nuggets und Schinken ist seit langem am Markt. Essen aus dem 3D-Drucker gibt es auch bereits, allerdings noch nicht für jedermann. Fleisch, das im Labor aus Stammzellen gezüchtet wird, damit keine Tiere mehr sterben müssen, steckt zwar noch in den Kinderschuhen – Bill Gates und Richard Branson investierten im Sommer aber schon in ein Startup, das daran arbeitet. Soweit die Entwicklungen der großen, weiten Welt.

Und zu Hause? Intelligente Kühlschränken, die jedes Mal beim Schließen Selfies vom Innenleben machen, vergleichen was fehlt und dann Lebensmittel selbst nachbestellen, bringen High Tech in die eigenen vier Wände. Auch Alexa, Google Home, Sonos und andere Home-based Assistants läuten einen neuen Weg ein, unsere Lebensmittel zu kaufen. Sie ermöglichen es Lebensmittel problemlos nachzubestellen, indem wir die smarten Assistenten bitten, beim Händler unseres Vertrauens nachzurüsten. Laut aktuellen Studien werden bis 2020 in den Haushalten der Welt mehr als 55 Millionen Smart Devices installiert sein, was die größte Supermarktkette der Welt ausmacht.

Trend #7: mindfullness – Bedürfnis nach Nähe

Als Gegenreaktion gibt es ein wachsendes Bedürfnis nach mehr Natürlichkeit, Transparenz, Überblick, Kontrolle und Echtheit. Wo kommt mein Essen her? Was ist drin? Gibt´s im Nachbarschafts-Garten ums Eck noch einen freien Platz? Welcher Bauer der Umgebung verkauft Mangalica-Fleisch? Stichwort: Meet Your Food. Die Verbindung zur Natur, der Wunsch zum Selberkochen, zum Lernen einstiger Handwerkskunst und früherer Fähigkeiten gehen ungebrochen weiter.

Achtsamkeit spiegelt eine neue Verbrauchereinstellung wider, die vor allem von Millennials angeführt wird, um wirklich alles Mögliche über ein bestimmtes Lebensmittel oder Getränk zu verstehen und dann das Unternehmen, sei es eine Marke oder ein Einzelhändler, zu unterstützen, indem es sich an seinen Werten orientiert und es durch Einkäufe unterstützt. Die Herausforderung in diesem Bereich ist einerseits zusätzliche Angebote für die wachsende Nachfrage zu schaffen und andererseits mehr Übersicht in die Flut der Labels und Inhaltsstoffe zu bringen.