Hey, Siri! Kannst du mir die besten Tipps zur Voice Search Optimierung geben?

Hey, Siri! Kannst du mir die besten Tipps zur Voice Search Optimierung geben?
Vorhersagen zufolge werden im Jahr 2020 50% der Suchanfragen über die Sprachsuche getätigt werden, 30% davon sogar ohne Blick auf den Screen. Heute liegen die gesprochenen Suchanfragen bei ca. 40%. Das Interesse ist groß an intelligenten Lautsprechern, virtuellen Heimassistenten und der Sprachausgabe auf Smartphones, denn über eine Milliarde Suchanfragen werden inzwischen pro Monat getätigt – Zahlen, die schwarz auf weiß bezeugen, dass sich die Art und Weise, wie User kommunizieren, verändert. Höchste Eisenbahn für digitale Vermarkter und Unternehmen auf den Zug namens „Voice Search“ aufzuspringen.

OK, Google – wie suchen Menschen heutzutage?

Was unter Voice Search zu verstehen ist, sollte jedem klar sein, aber verstehen Unternehmen auch, wie und wonach Menschen suchen, wenn sie die Suchmaschine befragen? Inzwischen wird mit Stimmen statt mit Fingern gesucht, weswegen die Länge, Struktur und Phrasierung sich komplett von dem bisher dagewesenen unterscheidet. Denn nüchtern betrachtet, spricht jeder von uns anders als er tippt – in Zahlen ausgedrückt sogar viermal schneller. User sprechen inzwischen mit ihrem Sprachsuche-Assistenten als wären sie Freunde. Sehr gute Freunde. Sie behandeln sie als wären sie Menschen, daher unterscheidet sich auch die Art und Weise wie sie ihre Suchanfrage durchführen. Waren es bisher kurz und bündige Schlüsselwörter bzw. -phrasen, wie z.B. „Smart Speaker“, die man in das Suchfeld tippte, sind es jetzt ganze Sätze, wie „Siri, welcher ist der beste Smart Speaker am Markt“? Wie auch unter Freunden so üblich, fragt man auch gerne etwas persönliche Fragen, wie „Cortana, was hältst du eigentlich von Siri?“ Die Antwort ersparen wir euch an dieser Stelle.

41% der Menschen, die die Sprachsuche verwenden sagen, dass es sich anfühlt, als würde man mit einem Freund sprechen.

Alexa! Warum verwenden User überhaupt Voice Search?

Mobile User brauchen immer schnellere Antworten, vor allem, weil die meisten Suchanfragen unterwegs passieren. Noch schneller geht es, wenn man nicht mehr auf den Screen schauen und tippen muss, sondern die Anfrage einfach mündlich stellt – Multitasking at it’s best. Der Alltag wird erleichtert und Antworten sowie Informationen sind schneller zugänglich. Man denke ans Nichtmehrweiterwissen beim Kochen mit dreckigen Fingern oder beim Verfahren in der Pampa mit dem Auto. Sprachsuchsysteme schaffen es sogar inzwischen kontextbasiert zu suchen. Bei mehreren Fragen „versteht“ die Sprachsuche, wer oder was mit „es“, „er“ oder „ihn“ gemeint ist. Somit fallen langwierige Konversationen und Zeitverlust weg.

Cortana! Wie können Unternehmen die Sprachsuche für sich nutzen?

1. Unternehmensdaten optimieren

Einer Umfrage von Higher Visibly zufolge wurden 2.000 mobile User befragt, nach was sie mit ihrem Sprachassistenten suchen. Während ca. die Hälfte der Befragten diese zur Sprachsteuerung auf ihrem Smartphone nutzen, sprechen die für Unternehmen interessanten Ergebnisse für sich: 6,1% suchen nach lokalen Unternehmen, 5,1% nach Informationen über lokale Unternehmen und 3,9% nach Rezepten – auch, wenn der Prozentsatz nicht beachtenswert klingt, darf man diesen alles andere als ignorieren, denn pro Tag werden ganze 81,2 Millionen Sprachsuchen weltweit getätigt.

Auf mobilen Geräten suchen User dreimal häufiger nach lokalen Informationen als auf Desktop-Geräten.

Lokales SEO is the Key! Somit muss man unbedingt darauf achten, dass der Google „My Business“ Eintrag vollständig ist und richtig genutzt wird – bei Suchen werden zuerst diese Einträge durchleuchtet. Es muss also sichergestellt werden, dass die lokalen Einträge für Direktantworten optimiert sind.

2. Antworten geben

Menschen, die Fragen stellen, würden dies nie mit einzelnen Keywords tun, sondern beginnen ihre Sätze immer mit den klassischen W-Fragen. So sollte die Website für Google Snippets optimiert werden, denn 40% aller Antworten kommen von diesen. Die passenden Antworten können gegeben werden, indem kurze und prägnante Long-Tail Schlüsselwörter auf der Website eingebaut werden – im klassischen Sinne FAQs. Es hilft dafür enorm Rezensionen durchzulesen, denn diese sind in natürlicher Sprache verfasst und geben genauestens Auskunft darüber, wonach Kunden suchen. Content muss klarerweise immer überarbeitet werden, um aktuell zu bleiben und Antworten bestenfalls in der Überschrift verwendet werden.

Laut Google, werden fast 70% der Suchanfragen nicht in typischen Keywords ausgedrückt, sondern in natürlicher Sprache.

3. Im Ranking oben gereiht werden

Studien zufolge erreicht das erste organische Suchergebnis auf Google maximal 35% der Klicks – bei der Sprachsuche ist es ein weitaus kleinerer Prozentsatz. Genauer gesagt sind es bei mobilen Suchanfragen die besten drei, bei Smart Speakern nur das erste Suchergebnis, das Anerkennung von Google bekommt. Kurz gesagt: Man muss also ganz nach oben! Wie? Einerseits sollte die Seitengeschwindigkeit der Website optimiert werden – Websites liegen im Durchschnitt bei 15 Sekunden Ladezeit, sollten aber bestenfalls bei 3 Sekunden liegen. Andererseits, wie bei der klassischen SEO, liegen Tipps in der Optimierung von Inhalten, Unternehmensdaten und -informationen und Structured Data, um eine steile „Karriere“ nach oben hinzulegen.

VEO (Voice Engine Optimization) ist wie SEO – nur mit mehr Konkurrenz!

4. Die Kunden auf die Unternehmensreise mitnehmen

Mögliche gesprochene Suchanfragen, sollten auf die verschiedenen Phasen der Customer Journey abgebildet werden, um so sicherzustellen, dass man in jeder Phase der Customer Journey als Unternehmen verfügbar ist. Zur Veranschaulichung folgendes Beispiel:

  • Awareness & Need: Welcher ist der beste Sprachassistent?
  • Consideration & Activation: Kann ich mit Alexa telefonieren?
  • Decision: Wie viel kostet Amazon Echo?
  • Purchase & Use: Warum reagiert Cortana manchmal nicht?
  • Loyality & Refer: Welche Produkte funktionieren mit Google Home?

Die Antworten der Fragen entlang der Customer Journey sollten also gut strukturiert auf der Website eingebaut werden – verständlicherweise in natürlicher Sprache. Wenn man sich nicht sicher ist, was natürlich ist – einfach mal laut vorlesen, auch dann, wenn der Kollege etwas verstörend aufblickt.

Die größte Herausforderung ist es aber, die Fragen von (potenziellen) Kunden möglichst genau vorherzusehen bzw. bereits beantworten zu können. Genau strukturierte Informationen und Antworten sind nicht mehr Service, sondern Pflicht für die Auffindbarkeit und Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg.