OMG – Über die Chancen des endgültigen Wegfalls der organischen Reichweite

OMG – Über die Chancen des endgültigen Wegfalls der organischen Reichweite
Vor ein paar Tagen hat Mark Zuckerberg angekündigt dafür zu sorgen, dass Facebook-User künftig mehr Posts von Familie und Freunden sehen sollen und daher die Reichweite von Fanpages einzuschränken. Wir meinen: Ganz ruhig durch die Nase atmen – es gibt genügend andere (vielleicht sogar bessere Wege), um die Reichweite auf Facebook aufrecht zu erhalten.

Nichts im Leben ist umsonst – auch nicht Facebook Reichweite

Die Beiträge seiner Seite mit Werbebudget zu hinterlegen, ist nichts Neues. Kostenlose Reichweite für Fanpages ist mittlerweile zum Mythos verkommen. Aktuell beträgt die organische Reichweite von Facebook ohnedies nur noch knapp 3 Prozent, also wieso die Nerven wegschmeißen? Unternehmen die regelmäßig posten, nehmen daher schon lange monatlich ein beträchtliches Werbebudget in die Hand, damit ihre Posts von den Usern auch tatsächlich gesehen werden. Facebook Ads bringen natürlich nicht nur den Vorteil einer höheren Reichweite mit sich, sondern auch dass das Unternehmen durch Targeting die tatsächliche Zielgruppe gezielter ansteuern kann. 

Qualität vor Quantität – Facebook-Content mit Mehrwert

Die Budgets für Online-Marketing sind in vielen Firmen begrenzt und so bleibt auch für die Sozialen Netzwerke oft nur ein bescheidener Teil über. Wer auf weniger Content setzt, hat die Möglichkeit mehr Budget auf die einzelnen Posts zu setzten, sowie mehr Zeit in die Entwicklung der Inhalte setzen. Was wir schon lange wissen: richtig gute Contents verbreiten sich oft auch ohne großes Ad-Budget. Daher – es ist wieder mehr Kreativität und weniger Catcontent gefragt. 

Am Ende werden nun wieder die Unternehmen gewinnen, die eine nachhaltige Content-Strategie haben, eine Story erzählen und für den User Relevanz haben.

Einen Blick auf das große Ganze werfen

Bevor man die große Panik ausbrechen lässt, sollte man lieber einen Schritt zurücktreten und das große Ganze betrachten. Schließlich ist Facebook auch „nur“ ein Puzzlestück des Konstrukts, das sich Online-Marketing nennt. Immerhin ist Facebook nicht das einzige Social Network und nicht der einzige Kanal, um online seine Inhalte zu publizieren. Facebook sollte für ein Unternehmen nur einer von vielen Bausteinen sein. Wer sich jetzt aber denkt „Ok dann machen wir halt mehr auf Instagram, weil dort haben wir noch eine Reichweite von 25%“, wird spätestens in einem Jahr vor demselben Problem stehen, denn auch dort wird Facebook nicht ewig so großzügig mit der organischen Reichweite umgehen.

Owned Media statt Facebook Reichweite

Apropos Owned Media: Ein Ziel jeder Online-Strategie sollte es sein, die eigenen Kanäle zu unterstützen und sich eine Community in den eigenen, digitalen vier Wänden aufzubauen. Schließlich sind Owned Media der Marktplatz der Zukunft – bedenkt man den Onlinehandel und seine Folgen für die eigenen Kanäle von Unternehmen. Auf die Online-Riesen wie Amazon, Google und Facebook zu setzten, mag zwar nach einem guten Schachzug klingen, aber gerade große Unternehmen werden ihre Verkaufsmacht auch künftig nicht am Amazon abgeben wollen. Was auf der eigenen Plattform passiert, kann man einerseits selbst steuern und ist nicht von den Unternehmenszielen und -plänen anderer Plattformen abhängig. Andererseits gilt es eine eigene Community aufzubauen, und wo kann man das besser tun als auf den eigenen Plattformen.

Owned Media als Marktplatz der Zukunft

Go Live! – Facebook Live bringt Reichweite

Aber weil wir Facebook ja nicht wie den Teufel an die Wand malen wollen, gibt es natürlich auch noch andere Möglichkeiten auf Facebook weiterhin noch Reichweite zu bekommen. Aktuell sind beispielsweise Live-Videos noch eine gute Möglichkeit, um möglichst viele User zu erreichen. Noch gibt es die Möglichkeit all seine User per Push-Nachricht zu informieren, sobald ein Live-Video beginnt. Man sollte das Eisen schmieden, solange es heißt ist. Daher heißt es: Jetzt oder nie – wer weiß, wann Facebook auch hier eingreifen wird. 

Reichweite von Gruppen zu Nutze machen

Beiträge von Facebook-Gruppen bekommen im Newsfeed gute Reichweiten. Hier geht Facebook wohl davon aus, dass die User nur in Gruppen Mitglied sind, wenn sie an den Inhalten wirklich interessiert sind. Dies können sich auch Unternehmen zu Nutze machen und Gruppen mit seiner Community aufbauen. 

User oder Influencer Reichweiten nutzen

Was bei vielen Unternehmen im Zuge von Gewinnspielen oder Kampagnen bereits genutzt wird, kann auch im digitalen Alltag genutzt werden. Teilen User dein Produkt mit deinem Hashtag, macht sich das Unternehmen die Reichweite und den Online-Freundeskreis des Users zu Nutze. Auch Influencer sind ein guter Weg um Unternehmensbotschaften oder Produkte an den User zu bringen. Aber auch bei diesen gilt – Strategy first und Glaubwürdigkeit für Reichweite.