Print ist tot. Lang lebe das Kundenmagazin.

Print ist tot. Lang lebe das Kundenmagazin.
Facebook hat es durch sein kürzliches Announcement geschafft, dass Kundenmagazin derzeit wieder in aller Munde sind. Das Unternehmen kündigte ein eigenes Print-Magazin namens „Grow by Facebook“ an. Warum aber setzen viele Unternehmen wieder auf das klassisch gedruckte Kundenmagazin? Welche Vorteile versprechen sie sich davon bzw. welche Ziele sollen damit erreicht werden?

Print ist tot. Lang lebe das Kundenmagazin.

Seit geraumer Zeit wird sämtlichen Drucksorten der Untergang prophezeit, doch ist Print wirklich tot? Schließlich werden zum Frühstück, in der U-Bahn, in Cafès noch immer Zeitungen konsumiert und auch Magazine jubeln über Rekordauflagen. Print nimmt also nach wie vor eine wesentliche Rolle neben der online Kommunikation ein oder etwa nicht?

Facebook kündigt Print-Magazin „Grow by Facebook“ an

Facebook hat es durch sein kürzliches Announcement geschafft, dass Kundenmagazin derzeit wieder in aller Munde sind. Das Unternehmen kündigte nämlich an, dass sie in Zukunft ein eigenes Print-Magazin herausgeben werden, welches an Werbekunden gehen soll. Das Magazin trägt den Namen „Grow by Facebook“, das den Ursprung in einem kleinen Kundenevent von Facebook findet. Das Unternehmen erweitert nun die Marketingkampagne und verschickt das Print-Magazin an ausgewählte Werbekunden. Darüber hinaus soll es auch an einigen Bahnstationen und Flughäfen ausgelegt werden.

Neben dem Print-Magazin wird es die Texte, die von externen Autoren geschrieben werden, auch online zu lesen geben. Den Ursprung der Kundenevents wird es aber auch weiterhin geben – Jährliche Treffen in kleinem Rahmen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Schweden. Darüber hinaus soll es demnächst auch einen Podcast in Kooperation mit dem US-Magazin Vanity Fair dazu geben.

Neben Facebook sind aber schon einige andere Unternehmen (wieder) auf den Kundenmagazin-Zug aufgesprungen – von klassischen Handelsketten, über Online-Shops bis hin zu Markenhersteller. Uber hat erst kürzlich das Magazin „Vehicles“ auf den Markt gebracht, genauso wie Airbnb, das seit 2017 das „Airbnbmag“ erfolgreich veröffentlicht.

Warum aber setzen viele Unternehmen wieder auf das klassisch gedruckte Kundenmagazin?

Welche Vorteile versprechen sie sich davon bzw. welche Ziele sollen damit erreicht werden?

Unternehmen möchten das Online- mit dem Offline-Kauferlebnis nahtlos verknüpfen. Der Omnichannel Ansatz im Content Marketing ist mittlerweile unumgänglich. Denn Kunden haben in der kurzlebigen und vermehrt digitalen Zeit immer mehr das Bedürfnis Dinge haptisch – mit den eigenen Händen – zu spüren und zu erleben. Magazine klickt man nicht einfach weg, sie sind weniger flüchtig als ein Link und begleiten einen durch den Alltag – man liest sie, legt sie weg, liest sie wieder, usw. Vor allem, wenn sie durch interessanten Content unterhalten oder einen anderen Mehrwert bieten. Magazine sollen dazu dienen tiefer in die Welt einzutauchen – mit Themen, die in einem anderen Kontext stehen bzw. über eine Länge verfügen, die online in der Form vielleicht gar nicht möglich wäre. Sie können aber vor allem das eigene Branding unterstützen, das Engagement mit der Marke steigern und zusätzlich eine gute Ergänzung abseits von Promotions darstellen.

Magazine klickt man nicht einfach weg!

Kunden sind selektiv – manche stehen mehr auf online, manche hingegen mögen es lieber offline. Magazine können auch persönlicher sein, weil sie meist sehr bewusst und nicht nur nebenbei – Stichwort: 2nd Screen – konsumiert werden und sich die Kunden auch sehr bewusst für das Lesen entscheiden und nicht in den Customer Journey gezogen werden, wie das Online oftmals der Fall ist. Sie wollen sich vorsätzlich mit einem Thema und damit der Brand auseinandersetzen.

Sie wollen sich vorsätzlich mit einem Thema und damit der Brand auseinandersetzen.

Viele Unternehmen sind der Überzeugung, dass sie ihre Verkaufszahlen damit steigern können. An Tagen, an denen Magazine ausgeliefert werden und an den Tagen danach, da sind sich die meisten Unternehmen mit Kundenmagazinen einig, steigt der Traffic auf ihren Webseiten deutlich und Verkäufe, vor allem mit Produkten aus den Magazinen, werden gesteigert.

Print ist also definitiv nicht tot – ganz im Gegenteil. Nur wenn Inhalte uninteressant oder unpraktisch werden, dann können Drucksorten sterben – ein Beispiel wäre da der klassische Printkatalog. Doch Kundenmagazine sollen die Brücke zwischen der digitalen und realen Welt schließen, die Marke in die Köpfe der Kunden bringen und zusätzlich einen Mehrwert bieten. Und das tun die gedruckten Kundenmagazine gerade mehr als erfolgreich – durch ihre große Auferstehung.

Nun liegt es an uns den Kunden die richtigen Inhalte, zur richtigen Zeit und im richtigen Medium zu präsentieren. Sind Sie bereit?

Die große Herausforderung für Content Marketer ist es nun klare Customer Experiences zu definieren, Zweck und Ziele für die einzelnen Elemente aus dem Content Marketing klar abzugrenzen, um so tatsächlich ein Omnichannel-Erlebnis mit der Marke zu generieren. Dabei wird es Content in Echtzeit geben – Stichwort datenbasiertes Content Marketing – und Content, der langlebig und tiefgreifend ist. Eines ist klar: Kunden lieben Content jeder Art, wenn er gut aufbereitet ist und die Bedürfnisse und Interessen des Kunden in den Fokus stellet. Nun liegt es an uns den Kunden die richtigen Inhalte, zur richtigen Zeit und im richtigen Medium zu präsentieren. Sind Sie bereit?